Magisches Irland

Eine Insel mit schroffen Klippen, unendlichen Weiten und mystischen Orten. Irland ist das Land der Schafe, der starken Winde und der Feen und Kobolde.

Kein Land hat uns bisher so in seinen Bann gezogen wie dieses. Deswegen möchten wir euch im folgenden Beitrag von unserer Reise durchs magische Irland berichten.



Tag 1 Dublin

Am frühen Morgen des 28. Mai machten wir uns auf den Weg zum Flughafen Wien Schwechat und traten unsere Reise nach Irland an. Von Patricks Vater hatten wir vom Panda Parken erfahren, eine Firma, die dich kostengünstig zum Terminal bringt, und dich nach deiner Reise wieder von dort abholt und zu deinem Auto bringt. Es funktionierte alles einwandfrei und kurze Zeit später saßen wir schon im Flugzeug. Die Aussicht aus dem Fenster war leider nicht sehr berauschend, da über ganz Europa an diesem Tag eine dicke Wolkendecke lag. Nach zweieinhalb Stunden Flugzeit landeten wir im windigen Irland. Mit dem Airlink gelangten wir dann um nur 7 € pro Person direkt ins Stadtzentrum. Das Fahren auf der „falschen“ Straßenseite übernahm glücklicherweise zu diesem Zeitpunkt noch der Busfahrer für uns. Ins Hotel, dem Charles Stewart, gingen wir dann nur ein paar Minuten. Gleich vorneweg, das einzig Gute an diesem „Hotel“ ist wirklich nur die Nähe zum Stadtzentrum. Aber dazu im Laufe meines Reiseberichts mehr. Die O‘Connell Street, die breiteste Straße Europas, ist nur drei Gehminuten entfernt. Um bequem durch die Stadt zu kommen, kauften wir uns ein 24-Stunden Ticket für den Bus, und machten uns auf den Weg zur Guinness Brewery. Die Gebäude an sich sind schon ein Anblick. Die Fassaden lassen einen glauben, man befände sich im Jahr 1850. Um 25 € hatten wir uns zuvor schon in einem Tourist Office Fast Track Tickets besorgt, allerdings war das zu der Zeit, als wir ankamen nicht nötig, da wir ohne eine einzige Minute anzustehen hineinkamen. Auf mehreren Stockwerken erfuhren wir dann durch Videos und Anschauungsmaterial von der Geschichte des Biers.

Guinness Brewery

Als kleinen Vorgeschmack bekamen wir dann noch ein Stamperl Guinness in einem separaten Verkostungsraum zu trinken. Am Ende der Tour war noch ein Pint Guinness in der Skybar im Preis inkludiert, ein Pint sind circa 580 ml. Von dort hatten wir einen fantastischen Blick über ganz Dublin. Im Anschluss ging es wieder mit dem Bus durch die Stadt, währenddessen konnten wir schon einen Blick auf ein paar der Sehenswürdigkeiten werfen, die wir am darauffolgenden Tag besichtigen würden. Unser Abendessen genehmigten wir uns dann in einem Lokal mit Namen Wings. Dann gingen wir gesättigt in unser Hotel. Nun zu unserem Zimmer. Im obersten Stock ohne Lift, den man nur über eine enge Wendeltreppe erreichen konnte, schlurften wir nach betreten des Zimmers erst einmal einen drei Meter langen Gang entlang, durch den unser Koffer fasst nicht durch passte. Das Bad war winzig, die Fliesen nicht richtig am Fußboden montiert, an den Wänden Kalk und Schimmel. Im Schlafraum löste sich an manchen Stellen sogar der Putz von den Wänden. Das Bett war mehr ein Einzelbett, und das Zimmer sehr hellhörig. Wir hofften auf ein gutes Frühstück. Tja, zu früh gefreut. Langer Rede kurzer Sinn, eine herbe Enttäuschung, deswegen wurde das Frühstück gleich abbestellt.


Tag 2 Dublin

Nun aber zu den positiven Dingen. Als Erstes stand heute das Dublin Castle auf dem Programm. Diesem statteten wir einen relativ kurzen Besuch ab, und schlenderten nur kurz durch den schön angelegten kreisrunden Garten. Nächster Programmpunkt war die Kathedrale von Patricks Namensvetter, die St. Patrick‘s Cathedral, in der der heilige Patrick Gläubige getauft haben soll.

St. Patrick's Cathedral

Im Garten vor der aus dem 5. Jahrhundert stammenden Kirche, damals noch eine Holzkapelle, wurde dann erstmals das Stativ aufgestellt. Während die Kamera ihre Arbeit erledigte, sahen wir ein paar umherlaufenden Hunden beim Spielen zu. Das Innere der Kathedrale ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Es gibt viel zu Bestaunen, und wer möchte, kann sich einer im Eintrittspreis enthaltenen Führung anschließen. Anschließend ging es zu Fuß zum St. Stephen‘s Green. Einem riesigen Park mitten in Dublin. Die Gartenanlagen sind sehr schön gestaltet und die vielen Bänke laden zum Verweilen ein. Da es dann leider leicht zu regnen begann, machten wir uns auf den Weg zum Trinity College. Die Touristen dort kommen im Grunde nur wegen einer einzigen Sache hierher, den Book of Kells. Diese sind eine illustrierte Handschrift aus dem 8. oder 9. Jahrhundert und gilt als wichtigstes Exemplar der insularen Buchmalerei. Kleiner Tipp am Rande: unbedingt gleich nach Öffnung herkommen, sonst wird man gnadenlos überrannt.

Book of Kells

Unser nächster Stopp führte uns in den Temple Bar District, der seinen Namen von ebendieser Bar erhalten hat. Wer sein Geld nicht für überteuerte Getränke ausgeben will, sollte sich die Bar nur von außen ansehen, was sich auch schon lohnt, und in eine der vielen anderen Bars und Pubs der Gegend gehen. Wir stärkten uns und wollten dann mit dem Bus zur Samuel Beckett Bridge fahren, einer Brücke, die die Form des Wahrzeichens von Dublin hat, einer Harfe. Leider war dieser Bus nicht sehr zuverlässig, weswegen wir bei Nieselregen und, für irische Verhältnisse, leichtem Wind circa drei Kilometer am Fluss Liffey entlanggehen mussten. Nichtsdestotrotz machten wir dort ein paar schöne Bilder, und schlenderten dann wieder denselben Weg zurück, und durch die O‘Connell hinauf. Am späten Abend gönnten wir uns noch ein Pint in einer typisch irischen Bar und freuten uns schon auf den morgen beginnenden Roadtrip.

Samuel Beckett Bridge

Tag 3 Killarney

Am dritten Tag begann dann endlich unser Abenteuer, und das schon mitten in Dublin. In einem Parkhaus nicht weit von unserem Hotel entfernt, holten wir uns unser Auto für die nächsten fünf Tage. Einen silbernen VW Golf, von Patrick liebevoll „kleiner Scheißer“ genannt, da er sonst ein wesentlich größeres Auto gewohnt ist. Dann hieß es aufpassen. Der Verkehr, die Straßenführung und die Ampelschaltung in Dublin sind, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig. Ein unerfahrener Autofahrer hat hier nicht leicht Lachen, und ohne Navi kommt man sowieso nicht weit. Achtung auch beim Verlassen der irischen Hauptstadt. Will man überraschenden Zusatzkosten aus dem Weg gehen, sollte man es unbedingt vermeiden, auf die M50, die Ringautobahn um Dublin, zu fahren, da man hier erst im Nachhinein zur Kasse gebeten wird. Wirft man aber im Vorhinein einen Blick auf die Karte, sollte das kein Problem darstellen.

Rock of Cashel

Als wir es schließlich aus der Stadt herausgeschafft hatten, war unser erstes Ziel, der Rock of Cashel. Im Altertum glaubte man, er sei von Feen und Geistern bewohnt und wurde daher verehrt, später war er dann Clansitz der MacCarthys. Wenn man so durch die Ruinen spaziert, bekommt man einen kleinen Eindruck, wie das Leben damals gewesen sein könnte. Nach einem Kaffe in dem kleinen Ort am Fuße der Ruinen, fuhren wir weiter nach Midleton. Nächster Halt: Jameson Distillery Experience. Hier hatten wir wirklich Glück. Wir hatten kaum unsere Tickets für die Führung gekauft, da begann diese schon mit einer wunderbar kleinen Zahl an Teilnehmern, sodass alles sehr gemütlich und familiär ablief. Den tollen Ausführungen von Gavin, unserem Guide, und dem tollen Ambiente war es zu verdanken, dass dieser Ausflug unvergesslich blieb. Wir gingen durch alte Lagerhallen, an alten Kupferkesseln zum Destillieren vorbei und erfuhren viel über die Tradition des irischen Whiskey.

Jameson Distillery

In einer abgedunkelten Halle, in der rund 800 Fässer Whiskey lagerten, bekamen wir dann einen Eindruck vom sogenannten „Angel‘s Share“. Damit ist Whiskey gemeint, der durch Verdunstung aus den Weißeichen- und Sherryfässern entweicht, und so die gesamte Luft mit einem beeindruckenden Geruch geschwängert hat. Durch den extrem hohen Alkoholgehalt in der Luft, durften in diesem Raum keine technischen Geräte benutzt werden, da es sonst zu Spontanentzündungen hätte kommen können. Anschließend wurden unsere Geschmacksnerven auf die Probe gestellt. In einem kleinen Verkostungsraum schmeckten wir die Unterschiede zwischen den zweifach destillierten American und Scotch Whiskey, und dem dreifach destillierten Irish Whiskey. Mein persönlicher Favorit ist der irische, da dieser am wenigsten rauchig ist. Abschließend tranken wir dann noch einen Cocktail aus Ginger Ale, Jameson Whiskey, viel Eis und einer Limette. Fünf Sterne für diese wirklich grandiose Führung.


Wunderbar gut gelaunt machten wir uns dann auf den Weg zum letzten Stop vor unserem nächsten Hotel, dem Blarney Castle, ehemaliger Familiensitz der MacCarthys.

Blarney Castle

Hier spazierten wir zunächst durch den schönen Garten, und robbten uns ein Stück unter der Ruine einen engen Pfad entlang und wieder zurück, bevor es hinauf zum Blarney Stone ging. Der Aufstieg ist nichts für Menschen, die an Klaustrophobie oder Höhenangst leiden, da es eine sehr schmale Wendeltreppe hoch hinauf geht. Oben angekommen genossen wir die tolle Aussicht, bevor ich mich kopfüber auf den Boden legte, und den Blarney Stone küsste. Ob ich nun redegewandter bin, schwer zu sagen, aber ein Adrenalinkick war es allemal. Auch wenn das Blarney Castle ein must see in vielerlei Hinsicht ist, fanden wir den Eintrittspreis für das, was es bietet auf jeden Fall überzogen. Den Abend verbrachten wir bei einem leckeren Burger in Killarney, wo auch unser wunderschönes Hotel für die nächsten zwei Tage war, das Killarney Heights Hotel.


Tag 4 Ring of Kerry

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Ring of Kerry, eine Halbinsel an der Westküste von Irland, die wunderschöne Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Unsere ersten Stopps waren der Skellig Ring und die Kerry Cliffs. Hier bekamen wir einen ersten Eindruck der gewaltigen Küsten Irlands. Und auch der typische Wind blies uns hier das erste Mal so richtig entgegen.

Kerry Cliffs

Beinahe ohne andere Besucher ging es zuerst an einer Weide mit Shetland Ponys, Eseln und natürlich Schafen entlang, bevor wir einen wirklich gewaltigen Anblick zu Gesicht bekamen. Die Kerry Clifs sind auf jeden Fall beeindruckend und definitiv einen Abstecher wert.

Durch einen Urwaldgleichen Wald fuhren wir dann eine einspurige Straße entlang, die komplett von wunderschönen Bäumen und Blumen bewachsen war und gelangten zum Ballinskelligs Castle. Kaum hatten wir hier ein paar Bilder gemacht, sahen wir kurz nachdem wir wieder ins Auto gestiegen waren, die nächste tolle Location, den Darrynane Beach. Also wieder raus aus dem Auto, Fotos machen, einsteigen und wieder weiterfahren. Es ging auf schmalen Straßen, an Küstengebieten und durch märchenhafte Wäldchen weiter, bis wir in einen Ort namens Sneem kamen, hier gab es klassische Fish and Chips in einem kleinen Lokal, und für die Daheimgebliebenen wurden ein paar Souvenirs gekauft. Über einen Pass mit kurvigen Straßen, dem Molls Gap, gelangten wir schließlich in den Killarney Nationalpark.

Reh im Killarney Nationalpark

Hier machten wir zuerst beim Ladies View Halt, von dem man einen tollen Blick auf einen der vielen Seen des Nationalparks hatte, dem Upper Lake. Der Nationalpark erstreckt sich auf einer Fläche von 22 km² und beherbergt einen der ältesten noch verbliebenen Eichenwälder Irlands. Durch den Golfstrom findet man hier auch viele Pflanzen, die es sonst nur im Mittelmeerraum zu bestaunen gibt, zum Beispiel große Rhododendron-Sträucher. Diese drohen mittlerweile große Teile des Parks zu überwuchern, weswegen sie zurzeit als Plage angesehen werden. Als wir aus unserem kleinen VW ausgestiegen waren, stand auf einmal ein Reh vor uns unter den Bäumen. Ohne jede Scheu ließ es sich von mir fotografieren, und sich sogar von mir mit Blättern füttern.

Wir machten uns schließlich wieder auf den Weg hinunter zum nächsten Fotostopp auf Patricks Liste, dem Long Range mit dem Eagle's Nest.

Long Range und Eagle's Nest

Gegen Ende des Tage ging es noch zum Ross Castle nach Killarney, welches wir uns aber nur von außen ansahen.

Am Abend saßen wir noch bei gemütlicher Livemusik in unserer Hotelbar, und kosteten ein paar irische Biere, zum Beispiel ein Irish Red Ale und ein Irish Stout, das nach dunkler Schokolade schmeckte, wirklich lecker.


Tag 5 Dingle Halbinsel

Der nächste Tag sollte der intensivste und längste unseres Roadtrips werden. Ziel des Tages war die Dingle Halbinsel und erster Stopp das Minard Castle. Gleich neben dem Parkplatz türmten sich große runde Felsen auf, die den Großteil des Strandes einnahmen. Über diese mussten wir klettern um auf den Strand zu gelangen, und einer dieser Steine wurde Patrick zum Verhängnis.

Minard Castle

Auf einem davon, der mit Algen überwuchert war, rutschte Patrick aus und schlug sich übel den Ellbogen auf. Nach einer Erstversorgung überwog aber der Wille zum Fotografieren, also wurden die Zähne zusammengebissen und der Auslöser gedrückt.

Ironischerweise fanden wir dann einen einfachen Weg zurück zu unserem Auto. Dann ging es weiter zum Sleahead Drive und durch die Kleinstadt Dingle. Am Sleahead Drive machten wir zuerst ein paar Fotos am Strand, von wo aus man einen ersten Blick auf den Dunmore Head werfen konnte, dem westlichsten Punkt von Irland. Schließlich ging es zuerst über die Straße, dann über einen Zaun und zu guter letzt mitten durch eine Schafweide zum Dunmore Head.


Nächster Halt war dann der Dunquin Harbour. Der gewundene Weg hinunter zum Meer war schon Motiv zahlreicher Fotos, unter anderem werden auch Schafe hinuntergetrieben und dann mit einem Boot auf die weiter entfernten Inseln gebracht.

Hier hielten wir uns eine Weile auf, und beobachteten die raue See, bevor es zum Clogher Head ging. Hier entstand ein wirklich tolles Foto, welches Patrick an seinem Stativ an den Klippen zeigt. Dann ging es wieder retour nach Dingle, wo wir in einem gemütlichen Restaurant zu Mittag aßen.


Letzter Stopp des heutigen Tages war Ballybunion und der Ballybunion Cliff Walk. Um dorthin zu kommen, fuhren wir über den Connor Pass, von dem man einen wunderbaren Blick über die Landschaft haben soll. Leider verschwand dieser komplett im Nebel, und am Parkplatz des Passes sahen wir gerade einmal bis zur Absperrung. Nach eineinhalb Stunden Fahrt erreichten wir dann Ballybunion, und konnten nur staunen. Wir selbst waren wegen der geringen Temperaturen und dem immer mal wiederkehrenden Nieselregen in Daunen- und Regenjacken gehüllt, und die Iren schwammen nur in Badehosen bekleidet im Atlantik. Wir gingen nun den Cliff Walk entlang, der uns in einer Runde ungefähr eine halbe Stunde lang bis zum Virgin Rock führte.

Virgin Rock am Ballybunion Cliff Walk

Am Ende eines ereignisreichen Tages fuhren wir schließlich zum Rossmanagher House, wo wir die Nacht verbringen würden. Auf dem Weg dorthin zweifelten wir zwischendurch auf der richtigen Straße zu sein, denn der Mangel an anderen Häusern und breiten Straßen erweckten den Eindruck auf der falschen Spur zu sein. Doch glücklicherweise erreichten wir das wunderschöne Anwesen von Lorraine MacDonnagh. Begrüßt wurden wir von einer jungen Border Collie Dame namens Lilly und ein paar Rennpferden auf der angrenzenden Weide und schließlich auch von Lorraine selber. Sie führte uns durch ihr schönes Haus und, erschöpft ließen wir uns in unser riesiges Bett in einem traumhaften Zimmer fallen. Wenn man einen Trip in dieser Gegend unternimmt, sollte man unbedingt in Betracht ziehen, hier eine Nacht oder zwei zu verbringen.

Tag 6 Cliffs of Moher

Am nächsten Morgen wurde uns von Lorraine ein leckeres Frühstück gekocht, und wir tratschten mit ihr über unsere Reise und den Plan des heutigen, laut Wetterbericht sehr windigen, Tages. Dieser sah zuerst den Loop Head Drive vor. Auf diesem machten wir zunächst bei den Kilkee Cliffs Halt.

Kilkee Cliffs

Auch an diesem gab es einen Cliff Walk, für den wir hin und retour circa eine Stunde brauchten. Nachdem wir unserer Sucht nach Koffein nachgekommen waren, ging es weiter zu den Bridges of Ross. Von den ehemals drei steinernen Brücken über den Atlantik ist nur mehr eine erhalten, die anderen beiden stürzten im 19. Jahrhunder ins Meer. Wer alle Stationen auf dem Wild Atlantic Way abhaken möchte, kommt an diesen nicht vorbei, allerdings ist es auch keine Schande, wenn man sie auslässt. Eigentlich wollten wir danach noch zu einem Leuchtturm am Loop Head Drive weiterfahren, doch weil uns ein netter Amerikaner von starkem Wind, Nebel und Regen dort berichtete, entschieden wir uns, diesen auszulassen und gleich weiter nach Lahinch zu fahren. Dieser Ort liegt direkt am Meer, fünf Minuten von den Cliffs of Moher entfernt. Da wir hier zu Mittag essen wollten, machten wir hier Halt, der starke Wind der hier wehte, riss uns fast die Autotüren aus den Händen. Nachdem wir uns nicht sehr irisch mit Pizza gestärkt hatten, gingen wir den letzten Stopp des Tages an. Die Cliffs of Moher. Bisher waren wir nur sehr wenigen Touristen begegnet, doch hier schienen sich alle zu versammeln. Wir entschieden uns, die Klippen auf dem nach rechts führenden Weg zu bestaunen, und das taten wir ausgiebig.


Kurz nach unserer Ankunft, begann es zu regnen, was etliche der Touristen mit schlechter Ausrüstung, zurück in ihre Autos und Busse trieb. Wir stapften tapfer weiter, denn wie heißt es so schön, "If you don't like the weather in Ireland, wait five minutes." Schließlich gelangten wir zu dem Ort, von dem aus Patrick eine Langzeitbelichtung der Cliffs of Moher machen wollte. Wegen des mittlerweile sehr starken Windes überlegten wir zuerst, ob das Stativ diesen standhalten würde. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also wurden die Stahlnägel des Stativs in den irischen Boden gerammt, und auf das Beste gehofft. Und die Fotos die hier entstanden sind, spiegeln perfekt die Wildheit und Unberechenbarkeit der Natur wider.

Am Rückweg wurden wir dann beinahe von unseren Beinen geweht. Der Wind wurde immer stärker, und mittlerweile waren es orkanartige Böen die uns niederdrückten. Auf einer Treppe die wieder hinauf führte, konnten wir dann kaum einen Schritt nach vorne machen, weil wir vom Wind an Ort und Stelle festgehalten wurden. Das war zwischenzeitlich wirklich richtig beängstigend. Im Tourist Office am Eingang wurde nach unserem Besuch sogar eine Warnung durchgesagt, die Klippen nicht mehr zu betreten. Zieht hier auf jeden Fall feste Schuhe an, und haltet euch bei Wind vom Klippenrand fern. Wir sahen einige, die ihr Glück wortwörtlich herauszufordern schienen.

Durchgeschüttelt vom Wind machten wir uns schlussendlich auf den Weg nach Galway und ins Nox Hotel. Dies war die modernste Unterkunft bisher, und abgesehen von leichtem Straßenlärm war es hier wirklich schön. Hat man einen leichten Schlaf, sollte man Oropax im Gepäck haben.


Tag 7 Galway


Latin Quarter in Galway

Nach einem wirklich guten Frühstück, beschlossen wir, heute Galway zu erkunden und ein bisschen durch die Stadt zu bummeln, bevor es am Abend zurück nach Dublin ging. Unser Auto parkten wir bei der Galway Cathedral und schlenderten von dort aus los. Durch das Latin Quarter ging es bis zum Hafen, dann genehmigten wir uns einen Kaffe und gingen durch das gleiche Viertel wieder zurück zum Auto.

Über die Autobahnen gelangten wir dann recht schnell retour in Richtung Ostküste, und wollten noch den einen oder anderen Stopp einlegen. Zuerst planten wir eine weitere Destillerie anzusehen, Tullamore D.E.W. Leider hätten wir dort mehr als eine Stunde auf die nächste Führung warten müssen, und da es in Tullamore regnete, und es so auch draußen nicht sehr gemütlich war, beschlossen wir nach Kilmare zu fahren. Dort besichtigten wir noch eine alte Kirche von außen und aßen zu Mittag bevor es in den Süden von Dublin, zum Russborough House ging. Dieses Anwesen besitz die längste Fassade Irland, nämlich sage und schreibe 210 Meter. Hier tummelten sich unzählige irische Familien mit ihren Kindern. Wir spazierten einen sogenannten Wildlife Trail entlang, und hatten so einen angenehmen Ausklang des Tages.

Schafe und im Hintergrund das Russborough House

Nach einer verzweifelten Suche nach einer Tankstelle in Dublin, gaben wir unseren liebgewonnenen VW Golf an der gleichen Stelle an der wir ihn abgeholt hatten wieder zurück, und machten uns wieder auf den Weg zum Charles Stewart Hotel um unsere letzte Nacht in Irland zu verbringen. Leider hatten wir mit dem Zimmer wieder wenig Glück, denn wir sollten in einem kleinen Raum ohne Fenster schlafen. Wir befürchteten schon einen furchtbaren Abschluss einer ansonsten wundervollen Reise. Nach einiger Diskussion mit der Hotelführung wurden wir in einem Partnerhotel untergebracht, dem Ripley Court Hotel. Hier bekamen wir zum Glück ein geräumiges Zimmer mit Fenster und Blick auf einen kleinen Park. Den Abend ließen wir dann gemütlich bei einem Burger und Bier in einem Pub ausklingen, in dem wir zu Beginn unserer Reise bereits waren.


Tag 8 Heimreise


Am letzten Tag ging es dann nach einem stärkenden Frühstück mit dem Airlink wieder zurück zum Flughafen. Wir hatten zwar Anfangsschwierigkeiten eine Busstation zu finden, aber irgendwann fanden wir dann doch eine. Am Flughafen saßen wir dann eine Stunde im Flugzeug fest, weil anscheinend zu viele Flugzeuge abheben wollten, und es zu Stau kam. Schließlich flogen wir dann wieder zurück nach Wien, wo es uns aufgrund der beinahe 30 Grad Celsius um sieben Uhr abends fast wieder zurück in die klimatisierte Maschine trieb. Kaum waren wir aus dem Flughafengebäude getreten, wurden wir schon von einer Mitarbeiterin des Panda Parkings abgeholt und zu unserem Auto gebracht.


Zusammenfassend kann man sagen, dass uns Irland wirklich die Sprache verschlagen hat. Es ist ein Land der Gegensätze und lässt einen nicht mehr aus seinem Bann. Wir werden definitiv wieder dorthin reisen, und uns dieses Mal mehr Zeit für die wunderschöne Natur dieses fantastischen Landes lassen.


Viel Spaß beim reisen und erkunden.


Eure Corinna




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Patrick Reiter

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