Atemberaubendes Berchtesgaden

Am Samstag dem 18. Mai machten wir uns frühmorgens auf den Weg nach Berchtesgaden. Mit an Bord waren Shelby und diesmal auch meine Schwiegereltern. Ebenso Patricks Sony A7III mit dem Zeiss Batis 18mm 2.8. Erstmals im Einsatz war auch meine von Patrick geerbte Nikon D5600 mit dem Nikon 35mm 1.8. Ich durfte mich also als Azubi beweisen.


Unser erster Stopp war nach knapp 2 3/4 Stunden Autofahrt der Gollinger Wasserfall, auch Schwarzbachfall genannt, im Salzburger Tennengau. Nach kurzem Fußmarsch am noch offenen Eingangstor vorbei, wir waren vor Öffnung dort, sprang uns schon das erste Motiv, eine alte Mühle am Bachlauf, ins Auge. Diese musste allerdings noch auf die Ablichtung warten, denn unser erstes Ziel war gleich der 100 Meter hohe imposante Wasserfall, dessen gesamtes Wasser aus einer Karstquelle stammt.


Gollinger Wasserfall (Schwarzbachfall)

Die Filter an der Sony wurden montiert, das große Stativ von Sirui platziert, und die Kameraeinstellungen angepasst. Dann wurden gleich die ersten Langzeitbelichtungen gemacht. Mit meinen ersten eigenen Fotos bin ich auch schon recht zufrieden gewesen.

Dieses Foto gefällt mir von Patricks Fotos am besten. Die Farben und das von oben links einfallende Licht harmonieren hier wirklich wunderbar.


Dann ging es über viele Stufen weiter bergauf am Wasserfall entlang. Nach zirka zehn Minuten überquerten wir eine Brücke, die den schönen Namen Regenbogenbrücke trägt. Und nomen est omen, denn wenn die Sonne scheint, leuchtet einem hier ein wunderschöner, kleiner Regenbogen entgegen.


Am Rückweg setzte Patrick dann noch gekonnt die kleine Mühle auf der anderen Bachseite in Szene.

Nach einer kurzen Pause am Gasthaus beim Eingang zum Wasserfall, setzten wir unsere Reise fort. Nächster Halt war der Königssee in Bayern.



Den knapp 200 Meter tiefen Gebirgssee in Mitten des Berchtesgadener Landes erreichten wir nach einer 30 minütigen Autofahrt am späten Vormittag. Hier empfehlen wir definitiv eine Anreise in den Morgenstunden, da mit fortschreitenden Stunden unzählige Reisebusse ankommen und sich die Wartezeit an den Kassen erheblich verlängert.

Shelby mussten wir während der Fahrt den Maulkorb anlegen, da Hunde ansonsten nicht auf den Booten mitfahren dürfen.


Blick vom Boot auf die Berchtesgadener Alpen

Die Bootsfahrt an sich war wirklich einzigartig. Wir hatten einen engagierten und sehr charmanten Bootsführer der uns mit typisch bayrischer Lebensfreude die interessanten Fakten des Sees näherbrachte. An der Echowand wurde dann sogar ein Stück auf dem Horn für uns gespielt. Früher wurden hier Schüsse abgefeuert, die bis zu sieben Mal an der Felswand wiederhallten. Jedoch wurde aus Sicherheitsgründen irgendwann auf das Schwarzpulver auf den Booten verzichtet, und stattdessen zu Musikinstrumenten gewechselt.


Wallfahrtskapelle Sankt Bartholomä

Nach ungefähr 35 Minuten ruhiger Fahrt an steilen Felsklippen vorbei, erreichten wir die Kirche Sankt Bartholomä. Seit dem 17. Jahrhundert ist diese Wallfahrtskapelle im barocken Stil gestaltet und nur auf dem Wasserweg gut erreichbar. Zu Fuß benötigt man mehrere Stunden auf teils hochalpinen Wegen. Was uns besonders gefiel war, dass man sich bei der Kirche und Umgebung beliebig lange aufhalten konnte, und auch jedes Boot für die Weiter- bzw. Rückfahrt besteigen konnte. Lediglich auf die letzte Abfahrtszeit muss man achten, da eine Rückholung zum Augangspunkt außerhalb der regulären Zeiten ordentlich auf die Gelbörse drückt.


Fischerhütte am Obersee

Wir gönnten uns noch einen kleinen Imbiss, wir empfehlen definitiv die Fischspezialitäten, bevor es wieder auf ein Boot ging und wir zum letzten Stopp am See fuhren, Salet. Hier spaziert man auf ebenen Wegen bis zum Obersee, der sich fotografisch wunderschön in Szene setzen lässt. Auch hier sollte man relativ früh ankommen, da man sonst ohne Langzeitbelichtung möglicherweise unerwünschte Besucher auf seinen Bildern hat. Doch der Weg lohnt sich allemal, denn die idyllische Fischerhütte auf dem Bild ist wirklich etwas Besonderes.

Nachdem wir die Rückfahrt über den Königssee angetreten hatten, bei der wir die gegenüberliegende Seite des Sees bewundern konnten, machten wir uns am späten Nachmittag müde und erschöpft auf den Weg in unser Hotel.


Beim Abendessen hatten wir noch einen grandiosen Blick auf das verschneite Kehlsteinhaus. Dieser Aussichtspunkt, auch Eagles Nest genannt, gehörte einst zum Führersperrgebiet Obersalzberg.


Hintersee mit den charakteristischen Felsbrocken im Vordergrund - im Hintergrund der Watzmann

Nachdem wir Sonntagfrüh unsere sieben Sachen gepackt hatten, ging es in die schöne Ramsau bei Berchtesgaden, genauer gesagt zum Hintersee in der gleichnamigen Ortschaft. Entstanden ist dieser See durch einen gewaltigen Felssturz herunter vom Watzmann, über den es auch eine Sage gibt. Diese Steinlawine schuf ebenfalls den magisch anmutenden Zauberwald.

Zauberwald

Durch herabgestürzte Steine und zwischen hohen Bäumen hindurch, bahnt sich das Wasser vom Hintersee rücksichtslos seinen Weg und lässt einen glauben man befände sich in einem Märchen. Hier sollte man ohne Kinderwagen unterwegs sein, da es etliche schmale Stellen und Stufen zu überwinden gilt, ebenso empfiehlt es sich, festes Schuhwerk anzuhaben, und die Turnschuhe zu Hause zu lassen. ;)



Pfarrkirche Sankt Sebastian in Ramsau bei Berchtesgaden

Unser vorletzter Stopp auf unserem Wochenendtrip war dann die Ortschaft Ramsau bei Berchtesgaden.

Hier lichtete Patrick dann wohl eines der bekanntesten Motive dieser Gegend ab. Die denkmalgeschützte Pfarrkirche Sankt Sebastian.

Sie wurde von vielen bekannten Malern bereits in Szene gesetzt, sogar der ehemalige US-Präsident Eisenhower malte die Kirche.


Nach einer letzten Stärkung machten wir uns dann auf den Heimweg. Um noch ein letztes Highlight mit nach Hause zu nehmen, fuhren wir einen Teil der Strecke auf der mautpflichtigen Rossfeldpanoramastraße. Die Strecke ist ungefähr 16 Kilometer lang und stellt die höchste durchgehende Straße Deutschlands dar. Ein Teil der Straße führt teilweise über österreichisches Staatsgebiet.


Mit wunderschönen und langanhaltenden Erinnerungen verabschiedeten wir uns schließlich von Berchtesgaden und seinen Wundern, doch es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass uns unser Weg in diese tolle Landschaft geführt hat.


Eure Corinna




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Patrick Reiter

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